DIE BAUGRUNDUNTERSUCHUNG / PLANUNG UND ABLAUF

Die Baugrunduntersuchung sollte im Vorfeld, also vor Beginn weiterer Planungen, durchgeführt werden. Empfehlenswert ist der Zeitpunkt vor dem Kauf Ihres Grundstücks.

 

Der Untersuchungsumfang eines Bauvorhabens richtet sich in erster Linie nach der Art und Größe der Baumaßnahme. Für ein Einfamilienhaus sollen die Aufschlusstiefen 6 m für ein nichtunter-kellertes Gebäude und 9 m für ein unterkellertes Gebäude betragen.

 

Bauwerke, die höhere oder dynamische Lasten in den Baugrund einleiten (z.B. Windenergie-anlagen, Türme, Hochhäuser), erfordern größere Aufschlusstiefen, die bei Bedarf den angetroffenen Baugrundverhältnissen vor Ort angepasst werden.

 

Die Anzahl der Untersuchungspunkte richtet sich nach der Grundfläche des geplanten Bauwerkes.

Für ein Einfamilienhaus empfehlen wir vier Kleinbohrungen auf den Gebäudeecken als direkte Aufschlüsse, parallel dazu sollte bei nichtbindigen Böden (Sand, Kies o.ä.) eine indirekte Untersuchung in Form einer Rammsondierung zur Ermittlung der Lagerungsdichte ausgeführt werden.

 

Die gängige Norm (DIN EN-1997) gibt vor, dass die Untersuchungspunkte an den Stellen angeordnet werden, die im Hinblick auf die Grundrissform, das Bauwerksverhalten und die erwartete Lastverteilung kritisch sind (z. B. an den Ecken des Gründungsbereiches).

 

Der Untersuchungsumfang setzt relativ "einfache und einheitliche" Baugrundverhältnisse voraus. Beim Antreffen durchgängig nicht tragfähiger Böden (Torf, Klei, u.ä.) erhöht sich der Erkundungsaufwand, da z.B. ergänzende Aufschlüsse in Form von Drucksondierungen (CPT) zur Pfahllängenbestimmung erforderlich werden.

LABORUNTERSUCHUNGEN

Bodenmechanische Laboruntersuchungen werden erforderlich, wenn das Verhalten bzw. die Beschreibung und Benennung des Baugrundes unsicher ist und vom Baugrundgutachter oder der Geotechnischen Fachkraft vor Ort nicht ausreichend geklärt werden kann.

 

Der Untersuchungsumfang richtet sich nach den angetroffenen Bodenarten, z.B.:

  • Wassergehaltsbestimmungen zur Abschätzung der Konsistenz bzw. der Setzungs-empfindlichkeit bindiger Böden
  • Glühverlustbestimmungen zur Ermittlung des organischen Anteils des Bodens
  • Sieb-/Schlämmanalysen zur Bestimmung der Kornverteilung / Bestimmung des Feinkornanteils

 

 Anhand der Laborergebnisse lassen sich die bodenmechanischen Eigenschaften des Bodens ableiten.

BAUGRUNDBEURTEILUNG / GEOTECHNISCHER BERICHT

Die Ergebnisse der Baugrund- und ggfs. Laboruntersuchungen werden in einem Geotechnischen Bericht zusammengefasst.

 

Dieser enthält neben einer Baugrundbeschreibung eine Bewertung der Untersuchungs-ergebnisse und Folgerungen für das Bauwerk und dessen Ausführung.

Außerdem werden die für den Planer relevanten Baugrundkenngrößen sowie die Grund- und Bemessungswasserstände angegeben.

 

In der Erweiterung des Geotechnischen Berichtes, dem sog. Geotechnischen Entwurfsbericht, sind erforderliche Berechnungen, wie z.B. der Nachweis der äußeren Pfahltragfähigkeit (Pfahllängenbestimmung im Falle einer erforderlichen Tiefgründung), Grundbruch- und Setzungsberechnungen, Berechnung von Baugrubeneinfassungen, Standsicherheitsnachweise oder die Berechnung einer erforderlichen Grundwasserabsenkung enthalten.

 

Der Geotechnische Bericht / Entwurfsbericht wird den Erfordernissen entsprechend individuell angepasst.

 

BAUBEGLEITUNG / ERDBAUKONTROLLPRÜFUNGEN

Eine Baubegleitung, wie z.B. eine Baugrubenabnahme, ist immer dann sinvoll, wenn schwierige Baugrundverhältnisse oder Gründungen vorliegen.

Hier soll sichergestellt werden, dass ein Bodenaushub / Bodenaustausch bis in die erforderliche Tiefe durchgeführt wurde und die Gründungsebene den Erfordernissen entspricht.

 

Nach Beendigung der Erdarbeiten werden in der Regel Erdbaukontrollprüfungen in Form von Rammsondierungen, Lastplattendruckversuchen oder Proctor-Untersuchungen durchgeführt, um die erreichte Verdichtung des Austauschbodens nachweisen zu können.

Baugrund Ammerland GmbH
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